Bemerkenswert

Nach EMDR

Moin@all an Deck!

Es hat etwas länger gedauert, aber nun bin ich auf dem Weg der Besserung und das verdanke ich u.a. auch meiner neuen EMDR-Therapie. In den nächsten Tagen werde ich dazu etwas mehr erzählen. Auch habe ich vor, kleine Wochenspiegelungen als Videos zu erstellen. Es passiert so viel Ungutes für Menschen mit Traumata nach sex. Gewalt in der Kindheit.

Gerade habe ich in der FAZ gelesen, dass fast jede/r Beruf zur Gutachterbefähigung ausreicht.

Apropos ausreicht. Es reicht mir: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/gutachter-an-familiengerichten-da-ist-schlechter-rat-teuer-11957100-p2.html

Ich bitte inständig um Entschuldigung, wenn ich nicht immer sofort antworte, seid also bitte etwas liebevoll nachsichtig im Umgang mit mir. Alles andere kommt für mich #ausGründen nicht in Frage und ich erachte es als wichtig, das deutlich zu kommunizieren.
Habt Dank für Infos und Hinweise!
Ich grüße euch herzlich
Stine Hans

Bemerkenswert

Podcast…..

Mein 1. Podcast. Über einen der traurigsten Momente meines Lebens- die Beisetzung meines #twin. Das ist jetzt 14 Jahre her und ich lese die kleine Ansprache vor, die damals ein Profisprecher hielt, weil ich dazu nicht in der Lage war. Heute würde ich einiges anders formulieren, habe es jedoch bewusst so gelassen.

Abschied von meinem #twin, Oktober 2005

Moin@all, nun wollte ich heute den ersten Text sprechen und stelle fest: Handwerker mit Hilti im Haus. Das überdröhnt alles und so muss ich mein Vorhaben verschieben! Stay tuned!

foto von Bokskapet auf pixabay.com

Retraumatisierung oder

nicht schon wieder!

Für diejenigen, die nicht wissen, worum es geht: Der letzte Urlaub bei „Freunden“ auf Gran Canaria war für mich traumatisch. Da ich auf Gran Can gelebt habe, verbindet mich sehr viel mit dieser Insel. Dazu kommt das Klima: innerhalb von 24 Stunden habe ich keine Schmerzen mehr. Alle Einzelheiten sprengen den Rahmen, aber soviel: diese drei Wochen Ende Aug/Anf Sept2019 haben einen wahren Triggersturm ausgelöst und da ich dann noch mangelnder Selbstreflexion „angeklagt“ wurde, habe ich die Freundschaft gekündigt. Ich kann es mir nicht leisten, mich immer wieder so verletzen zu lassen, also bin ich konsequent. (Schönen Gruß von Harvey!) Habe darum gebeten, meine Sachen vor Ort zu lassen und mir meine Schlüssel zuzusenden. Der obige Zettel lag bei und mein erster Impuls war: Oh, ein Friedenszeichen. Seit gestern abend allerdings platze ich fast vor Wut. Warum?

Ich verfüge nur noch über einen Cousin (plus zwei Töchter) mit Frau. Zwillingsbruder 2005 verloren durch nicht aufgearbeitete Spätfolgen des Missbrauchs. Das bedeutet, Weihnachten großes „in Familie“ zu machen kenne ich nicht mehr seit 1989, auch wenn ich die letzten Heiligabende sehr schön bei meinem Cousin verbracht habe. Dank des Missbrauchs lebe ich mit 50% Schwerbehinderung von EU-Rente. Existenzminimum würde ich das nicht nennen. #Ironie off. Ich bekomme also weder Besuch zu den Feiertagen noch habe ich irgendeinen Grund mich über dieses ganze Weihnachtsgedöns zu freuen. Ich habe dieses Jahr null geschmückt, weil es mir nichts bedeutet. Die Temperaturen tun mir körperlich und seelisch weh. Ich muss in eine Klinik, am Besten gestern. (Durch das Ziehen zweier Zähne kann ich kaum essen) Das alles ist den „Freunden“ bekannt und dann wünscht man mir eine schöne Vorweihnachtszeit und ich habe das Gefühl, mir platzt gleich der Kopf. Ich habe viele Talente, Selbstreflexion gehört ja nun nicht mehr dazu.

Ich möchte mich bitte übergeben! Ich habe dummerweise nochmal die letzte Email durchgelesen und Folgendes gefunden: Wir entschuldigen uns für das Geschehene, müssen aber zu Bedenken geben, das wir in unserem Umfeld niemanden haben, der so ähnliche Schwierigkeiten hat wie du. (ungefährer Wortlaut!) AHA! Nach 21 Jahren „Freundschaft“ gehört man nicht zum Umfeld. So kann man sich natürlich auch als Freund disqualifizieren. Herzlichen Dank.

Die Sache mit dem Stress

Viele von uns Überlebenden sind extrem schnell überreizt, erschöpft und total groggy. Von unten dargestellter Stressverarbeitungsstörung habe ich das erste Mal 2010 in einer psychosomatischen Klinik gehört.

Normalerweise bewegen wir uns innerhalb des blauen Streifens. Die roten Ausschläge bedeuten, dass wir Stress ganz anders verarbeiten, als „gesunde“ Menschen. Wir brauchen nicht nur viel länger, bis wir uns wieder beruhigt haben, wir geraten auch viel schneller in einen sehr hohen Stresslevel. Ich nenne ein konkretes Beispiel: Es war Sommer, ich saß im Auto mit heruntergekurbelter Seitenscheibe und stand an einer roten Ampel. Mir gegenüber auf der anderen Seite (nur ca. 3 m entfernt) stand ein Rettungswagen- ohne Alarm oder Blaulicht. Bevor die Ampel umsprang ertönte seine Sirene in voller Lautstärke und er fuhr mit Vollgas an und davon. Ich war regelrecht geschockt, sofort liefen mir die Tränen, ich bin sofort auf die rechte Straßenseite auf einen Parkplatz gefahren. Minutenlang konnte ich mich nicht beruhigen. So etwas sitzt dann Tage in meinem Kopf und fühlt sich an, wie ein Holzspan in rohem Fleisch.

Anm.: Ich sah diese Darstellung in einer Angstgruppe, in die ich eingeteilt wurde. ANGST???? ICH??? Ha. Da wusste ich noch nicht, was diese permanente Angst in der Kindheit und Jugendzeit angerichtet hatte. Nämlich genau das Gegenteil davon: Überhaupt keine Angst mehr zu empfinden- vor gar nichts. Dementsprechend bin ich auch mit mir umgegangen. Höher, schneller, weiter, wilder! Dass ich mich damit systematisch jahrelang noch weiter zugrunde gerichtet habe, war mir nicht bewusst. Heute weiß ich, dass ich zusätzlich noch hochsensibel bin. Das macht das Ganze dann sehr schnell unerträglich und deswegen bin ich gerne zu Hause. In Ruhe. Alleine. Meistens ohne Radio, CD oder Fernseher.

Retraumatisierung…

Untenstehendes ist jetzt, Mai 2020, über ein gutes halbes Jahr her. Und mittlerweile bin ich wesentlich ruhiger, konzentrierter und leistungsfähiger. Und das nur nach den ersten sechs EMDR-Sitzungen. Es ist fast wie ein kleines Wunder!

morgen Mittag beim Kieferorthopäden. Übrigens nicht, weil ich es mir vornehme, sondern, weil es kaum zu ertragen ist, in der Horizontalen zu liegen und nicht „flüchten“ zu können. Zwei Zähne werden aus dem Unterkiefer ausgegraben. Ich nenne sie meine Vampirzähne. Den einen habe ich neulich durch extremes Knirschen oder auch „tapferes Zähne zusammenbeißen“ des Nächstens mal eben direkt am Zahnfleischrand abgebrochen, der andere ist ein Exkronenstumpen, also auch nix dran, woran man ihn einfach herausziehen könnte. Großer Trost: meine Freundin hat angeboten, mich zu begleiten. Puuh. Das freut mich sehr. Melde mich wieder, wenn ich feste Nahmrung zu mir nehmen kann. ;-(

Retraumatisierung …..mehrfach in den letzten Wochen, durch ganz unterschiedliche Dinge. Teils durch respektloses und unreflektiertes Verhalten von „Freunden“ (oft unbewusst-teils durchaus beabsichtigt), bei denen ich drei Wochen zu Besuch im Urlaub und der für uns alle drei eine einzige Katastrophe war.

Die Frage von der langjährigen Freundin meiner Mutter : Sag mal, wann wirst du eigentlich wieder normal?

Der Moment, wenn du dich absolut sicher fühlst und plötzlich steht jemand vor dir, weil die Person deinen Schlüssel benutzt, anstatt zu klingeln.

Diese Situationen reichten, um aus mir „mal wieder“ ein seelisches Wrack zu machen. Ich bin dabei, mein Leben komplett zu entschleunigen, Instgram Acc gelöscht, getwittert wird nur noch 4-5 pro Tag, bei Xing und LinkedIn alle Benachrichtigungen abbestellt und als Beitrag gepostet, dass ich die nächsten Wochen eher off bin. Meinen Kampf „Jeanne D’Arc für ‚Überlebende‘ “ verschiebe ich ein wenig.

In den USA wurden Opfern von Geistlichen zwischen 148.000 und 300.000 Dollar pro Person zuerkannt.

Das hat für mich wenigstens einen Hauch von Gerechtigkeit.

Lesung aus Band I „Warum einfach, wenn’s auch Stine geht?“

Am 5.10.2019 um 15 Uhr veranstalte ich im DRK-Shop „Schwester Henny“ in Harburg, Harburger Ring 8-10, 21073 Hamburg eine Lesung mit der Möglichkeit im Anschluss Fragen zum Thema zu stellen.

Dies ist eine Veranstaltung die triggern kann, d.h., dass bei jemandem, der ähnliches erlebt hat, während des ersten Kapitels sog. Flashbacks auftreten können. Damit das aber keine traurige Veranstaltung wird, sind die nächsten Abschnitte eher humorvoll mit einer Portion Ironie und Galgenhumor. (Großes Foto © DRK )

(Foto li.©Harald Halpick)

Was für ein Nachmittag! Ich sichte zur Zeit die Bilder und stelle sie dann ein. Danke an alle, die vor Ort waren, mich begleitet und unterstützt haben!

Habe mir das ok geholt, ich darf das so abbilden. Was bei Twitter als Kennenlernen begann, wurde zu einer Freundschaft. Ich war zu Tränen gerührt und wurde mit Blumen begrüßt.