Über mich

Meine Name ist Stine Hansen und #jaichbinlaut . Zu dem Hashtag bin ich durch Twitter gekommen, dort wird er für „Ja, ich bin auch ein Opfer/eine Überlebende von Missbrauch“ eingesetzt. Das -laut- habe ich hinten angefügt, weil es Zeit wird, dass mal jemand offen berichtet, was für Folgen es hat. Sehr oft sogar #lebenslänglich.

CN-Triggergefahr Mich zu engagieren liegt am ersten Fehlurteil  im Fall Lügde: Zwei Jahre auf Bewährung. Dafür, dass ein erwachsener Mann über 40.000 Kinderpornoseiten auf seinem PC hatte, Vergewaltigungen von Kindern bestellt und live verfolgt hat, währenddessen er masturbierte. Die Kinder konnten ihn dabei sehen. Dies war meine Initialzündung, weil ich- gestehe- vor Wut fast ausgerastet bin. Und gleichzeitig ist in mir der Wunsch gereift, den Opfern eine Stimme zu geben. Und zwar den Erwachsenen, denn kaum jemand weiß, wie sich ein Leben nach solchen Traumata abspielt.

Im Grunde ist es kein Leben- es ist ein steter Kampf mit permanenten Triggern, Angst, Verzweiflung und nicht selten sogar Suizid. Ich weiß wovon ich spreche, da ich nicht nur 15 Jahre Todesangst hatte, sondern meinen Zwillingsbruder 2005 zu Grabe tragen musste.  Er war der ganzen Geschichte nicht gewachsen, hat verdrängt, geleugnet und das Wenige, das er noch aß, hat er mich reichlich Bier heruntergespült. Sich zu Tode gehungert. Er wog bei 193 Meter noch 55 kg und die Dame von der Pathologie riet mir dringend ab, mich von ihm zu verabschieden. Seine Exfrau unterließ es intelligenterweise mich von seinem dramatischen Zustand zu unterrichten, denn wir hatten seit einigen Jahren große Differenzen und so verwies er mich eines Tages seines Hauses mit den Worten: << Du bist hier nicht mehr willkommen! Gehe endlich!>>, als ich mit ihm über das Vergangene sprechen wollte.

Mein Zwillingsbruder ist einer von Zigtausenden, die sich das Leben nahmen, weil sie es nicht mehr ertragen konnten. Mit 42.

Biete Lesungen, Vorträge und Workshops rund um das Thema Spätfolgen. Möchte ein Netzwerk von Ärzten, Zahnärzten und BehandlernInnen aufbauen, die nah am Menschen sind, aber nicht noch mehr zerstören wollen. Für Sensibilisierung an Schulen oder Vereinen (Opfer-öffentliche Einrichtungen) tragen Sie nur die Reise,- Übernachtungskosten. Ich kämpfe für mehr Beachtung der OPFER und Verständnis dafür, warum so ein Leben oft  nicht wirklich „rund“ laufen kann. Beispiele finden Sie unter dem Reiter Ge-Trigger-t.

NACHSATZ: die beiden Haupttäter von Lügde sind jeweils zu 12 Jahren Gefängnis mit anschließender Sicherheitsverwahrung bestraft worden. Das sieht endlich nach einem Stück Gerechtigkeit aus!

Hätten Sie gedacht, dass eine Urheberrechtsverletzung ebenfalls mit bis zu 2 Jahren auf Bewährung geahndet werden kann?